Hashimoto vs. Multiple Sklerose oder beides?

Richtig schlau geworden bin ich, in Bezug auf meine Krankheit, noch nicht aber ich reagiere stark auf Schilddrüsenmedikamente. Wie stark? Sehr stark!

So gut, dass ich vor kurzem in New York war und am Black-Friday 9 Stunden lang geshopt habe und sogar die ganzen Sehenswürdigkeiten gesehen habe. Natürlich nicht alle auf einmal aber es waren einige richtig harte Tage dabei. So hart, dass ich in der Nacht von Montag auf Dienstag einen Schub hatte. Einen Schub?

Ja einen Schub und für das Erste konnte ich nicht mehr gehen oder auch nur stehen. Prima dachte ich mir noch und sah mich bereits im Krankenhaus bei der Infusion. Aus reiner Verzweiflung nahm ich dann zwei Mal soviel Schilddrüsenmedikamente, also Euthyrox von Merck ein. Nach einer Nacht in der ich fast mehr wach war, als geschlafen zu haben, wurde ich schließlich am Morgen ganz wach und dachte mir noch alles fühlt sich so viel kontrollierter an. Mit dem Gedanken das ich vielleicht aufstehen könnte versuchte ich dann mein Glück.

Und scheinbar hat es das Wunder gegeben. Denn wenn auch etwas wacklig, bin ich doch aufgestanden, konnte stehen und gehen. An diesem Tag machten wir allerdings weniger und am nächsten Tag legten wir gänzlich eine wetterbedingte Pause ein. Das Nasenspray wirkt übrigens immer noch, allerdings nicht direkt sondern wohl eher in der Form eines Spiegels. Also wenn man viel vorhat sollte man es bereits am Vortag einnehmen. Direkt einnehmen und mehr Energie erwarten funktioniert nicht.

Zurück zum Schub, diesen hatte ich wohl überwunden aber eine astreine Erkältung dafür bekommen. Das ist auch nicht schön aber wenigstens eine normale Krankheit. Inzwischen, weil ich auch meine Grippe bekämpfen wollte, war ich auch noch bei meiner Ärztin. Die wollte mir zuerst meinen Schub als Grippesymptome verkaufen. Beim näheren hinsehen verstand sie aber, dass es sich ausschließlich um neurologische Symptomen handelte und gestand mir ein, dass sie nicht verstehen würde was bei mir gerade geschieht.

Schützenhilfe gab es dabei vom Apotheker. Mit diesem hatte ich kürzlich Hashimoto durchgesprochen und der hat sich ausführlich in Multiple Sklerose und Hashimoto eingelesen und gab dabei auch zu, dass es eigentlich keinen Unterschied geben würde. Vielleicht. Vielleicht sind sie aber auch nur marginal oder je nach Ausprägung nicht oder kaum feststellbar oder vielleicht habe ich auch nur beides. Vielleicht.

Meiner Ärztin sagte ich dann noch, dass ich nach der Erkältung schließlich die Dosis wieder zurückfahren möchte. In diesem Fall riet sie mir aber davon ab. Ich solle bei der Dosis bleiben und mich schließlich kontrollieren lassen. Gut also bleibe ich bei der Dosis.

Mein Gehen und die Bewegungen sind schon erheblich kontrollierter aber müssen auch noch besser werden. Die Taubheit verschwindet immer mehr aus meinem Körper. Liegt das an der Schilddrüse? Ich hoffe es einmal.

Während mein Vitaminappetit langsam abnimmt und übrigens auch eine gesunde Farbe in mein Gesicht kommt, spricht meine Frau schon von der Zeit, wenn ich wieder gesund bin. Wow, von der Zeit, wenn ich wieder gesund bin. Das klingt mir aber soweit vorgegriffen, dass ich daran noch gar nicht glauben mag. Jedenfalls habe ich in New York soviel erlebt, dass es wohl sogar jemanden ohne Handycap schwer gefallen wäre.

Am Ende habe ich noch einen Tipp für Euch. Während sich natürlich jeder Kranke gegen einen Rollstuhl wehrt, ist er beim Fliegen eine wahre Erleichterung. Kein Stehen, kein Warten und schwubs durch den Zoll. Den Komfort werde ich ab jetzt in jedem Flieger in Anspruch nehmen. Alleine aus dem Grund, dass sich meine Frau dann nicht totschleppen muss. Übrigens lassen sich bevorzugt Frauen mit zu engen Schuhen im Rollstuhl fahren.

Stochastik beschreibt die Wahrscheinlichkeit und wie wahrscheinlich habe ich jetzt zwei sozusagen identische Krankheiten in meinem Körper..? Schubfolgen hatte ich übrigens so gut wie keine und bin jetzt bis auf meine Erkältung ausgesprochen fit. Krank war ich übrigens zum letzten Mal vor 10 Jahren.

morecomp

Schreiben Sie uns was Sie denken